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9. Aus der Rolle zum freien Fall

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Die Kunst des freien Falles wird aus den bereits erwähnten Schwierigkeiten nur von wenigen Aikidoka perfekt beherrscht und kann daher als "Hohe Schule" des Ukemi bezeichnet werden.

In diese Gruppe sind alle Techniken einzuordnen, bei denen der Ausführende während einer gewissen Bewegungs- (Wurf-) Phase keinen Kontakt zur Matte (zum Boden) mehr hat. Der freifallende und oft durch die umgelenkte Eigenenergie oder die positive Aktion des Partners stark beschleunigte Körper trifft mit großer Wucht auf die Matte.

Die Abbremsung kann entweder durch eine anschließende (Flug-)Rolle mit starkem Einsatz der Schwerthand oder durch den Fall seitwärts mit richtig getimtem federnden Abschlagen erfolgen.

Alle Formen des freien Falles bedingen einen durchtrainierten Körper und ein geschultes Unterbewusstsein, weswegen sie erst bei der Prüfung zum 2. Kyu gefordert werden, was einer Ausbildung von ca. zwei Jahren entspricht.

Während sich das Erlernen der Flugrollen nach vorn und rückwärts logisch aus den vorherigen Übungsformen ergibt, bereitet der freie Fall zur Seite grundsätzlich Schwierigkeiten. Dies liegt daran, dass der fortgeschrittene Aikidoka es gewohnt ist, sich während eines Wurfes instinktiv zusammenzurollen. Nun soll er den Körper strecken, um großflächig auf die Matte zu fallen.

Es muss nicht so sein, dass blaue Flecken im Bereich der Hüfte von den Anstrengungen zeugen. Auch für diese schwierige Art des Fallens empfiehlt sich die Anwendung methodischer Reihen, die vom Einfachen (Bekannten) ausgehen und zum Schweren (Unbekannten) führen.

Insbesondere sollten zunächst keine harten oder zu hohen Hindernisse aufgebaut werden, vor denen der Schüler im Augenblick der Einleitung einer Falltechnik erschrickt (Unfallgefahr!).

Für die systematische Weiterführung des Aikidoka eignen sich folgende Übungen:

o Rollen vorwärts und rückwärts nach Bocksprung;
o Rollen über ungefährliche Hindernisse (Hallenschuhe, Handtuch, Gürtel, Partner) dabei Vergrößerung des Abstandes bzw. der Höhe;
o Fallen seitwärts aus dem flüchtigen Handstand-Überschlag;
o Fallen seitwärts über den Partner (Bock) mit gebeugten bzw. gestreckten Armen;
o Fallen seitwärts mit Partnerhilfe (Fassen am Ärmel bzw. Ausführung geeigneter Wurftechniken, z.B. Aiki-Otoshi oder Koshi-Nage).